Juni
5.

Ich - Geek, Nerd, Außenseiter und sozial inkompetent?

— Dieser Eintrag gehört zu den weniger reifen Beiträge (sowohl textlich als auch inhaltlich), den ich im nachhinein “bereue”. So denke heute schon längst nicht mehr, ich lasse ihn aber aus prinzipiellen Gründen stehen und lösche ihn nicht.

Ein Thema, mit dem ich mich schon sehr lange beschäftigen wollte. Ich denke, jetzt habe ich Zeit und Lust dazu, denn dafür werde ich ziemlich weit ausholen müssen.
Es fällt mir schwierig, einen Einstieg zu finden, da ich zu diesem Thema so viel zu sagen hätte. Nun gut, ich versuche es einigermaßen strukturiert rüberzubringen.

Es passiert mir oft, dass ich auf der Straße von Fremden (manchmal kenn ich sie vom Sehen her) angequatscht werde, gerade hier im relativ gemütlichen Zetel (mit der “jeder-kennt-jeden”-Atmosphäre). Generell lassen sich diese Leute in vier Gebiete gliedern:

  1. Die Rassisten. Mit diesem (leicht übertriebenen) Wort meine ich diejenigen, die -aus welchem Grund auch immer- es lustig finden, mit mir auf chinesisch zu reden. Ich entschuldige mich dann meistens für meine Nichtkenntnis dieser Sprache, nehme es also mit Humor.
  2. Die Perspektivlosen. Wie ich grade das Wort “Rassist” benutzt habe, bin ich es jetzt selber ein ganz kleines Stück. Denn meistens sind es Leute türkischer Abstammung (ich hasse das Wort “Türken”, es klingt so abwertend bzw. ist mit Negativem behaftet), die ich jetzt meine. Sie sprechen mich darauf an, wie schlau ich doch sei und tun so, als ob ich einen Weltrekord aufgestellt habe. Meistens sind sie ein bisschen bemitleidenswert, weil sie scheinbar selbst nichts auf die Reihe bekommen und denken, ich wäre “höher” als sie. Meistens sind sie ganz freundlich, aber ich stelle trotzdem klar, dass Können nicht vom Himmel fällt und überhaupt, dass ich garnicht sooo höchstintelligenz bin. Dazu gleich mehr
  3. Die Respektlosen. Auf den ersten Blick scheinen sie den Perspektivlosen zu ähneln, aber nach kurzer Zeit fällt folgendes auf: Sie empfinden mich nicht als Vorbild (was ich übrigens natürlich nicht erwarte und will), sondern tun so, als ob ich ein Arschloch wäre. Getreu dem Motto “Scheiß Gymmis”, verstärkt durch meine Überspringen, entgegnen sie mir mit Beleidigungen und Fertigmachen.
  4. Die Durchschnittlichen. Wie der Name schon verrät, ist diese Gruppe oft vertreten. Meistens reden sie mehr oder weniger normal mit mir, aber ich merke deutlich, diesen gewissen Abstand, den sie vor mir haben. Ich bin ihnen anscheinend “nicht ganz geheuer”.

Selbstverständlich sind Leute nicht 100%ig in solche Schubladen zu stecken.

Damit möchte ich auch schon zum nächsten Punkt kommen. Wie wahrscheinlich viele Leser dieses Posts wissen, bin ich zwei Klassen übersprungen. Ich möchte mit diesem Post am meisten die Leute ansprechen, die es noch nicht beispielsweise über meine Info-Seite erfahren haben. Denn wer es einfach so liest, würde mir bestimmt mit Vorurteilen begegnen. Denn das ist auch der Punkt, der mir jeglichen Stolz darüber nimmt. Es hat vieles kaputt gemacht.

Vorurteile sind was ganz doofes.

Dieser Satz MUSSTE auf niedrigen Niveau geschrieben werden, damit es alle verstehen! Wie soll man -mit negativen Vorurteilen behaftet- bloß jemanden kennenlernen? Da mein Überspringen sich doch ziemlich rumgesprochen hat (nicht nur auf meiner Schule), gibt es viele Leute, mit denen ich nie ein Wort gewechselt habe, sie aber schon viel negatives über mich wissen denken. Ein bisschen einfacher ist es mit Leuten, die mich schon ein bisschen kennen. Da man sich aber auch eh nie näher kommt, erfahren sie aber auch kaum Gutes über mich.

Ich kann nicht direkt leugnen, dass ich einigermaßen in der Schule mitkomme. Meine Noten liegen zwischen Zweien und Dreien. Knapp über dem Durchschnitt also. Aber trotzdem scheinen viele zu denken, ich wäre ein totales Genie. Es scheint eine Selbstverständlichkeit zu sein, dass ich sofort alles kapiere. Ich versuche es in der Regel auch garnicht mehr zu erklären, dass man nur ein bisschen aufpassen muss und bei Unverständlichkeit fragen sollte. Nein, das tue ich nicht, es will ja niemand verstehen!

Dazu kommt noch eine entscheidene Tatsache, dessen Beschreibung sich vielleicht etwas ungewöhnlich anhört. Man könnte meinen, ich wäre ein normales kleines Kind, das einfach nur höchst intelligent ist. Allerdings bin ich das nicht! Ich bin psychisch mindestens genauso weit wie meine Mitschüler. Man kann sich mit mir genauso gut unterhalten, wie mit anderen. Viele sagen, dass wenn sie mit mir über gewisse Themen reden, den Altersunterschied garnicht merken und diese Themen haben nichts mit Wissenschaft, Schule und Computerzeugs zu tun. Ich werde trotzdem gesellschaftlich manchmal anders behandelt.
Diese “Reife” kommt wahrscheinlich u. a. von meinem Umfeld. Also weil meine Mitschüler alle pubertieren tue ich das auch - und zwar auf dem gleichen Stadium. Der Grund ist mir aber eigentlich egal, eher möchte ich einfach klarstellen, dass man mich ruhig als 15-jährigeren ansehen kann ;). Denn ich komme mit Gleichaltrigen überhaupt nicht klar. Ich empfinde sie interessanterweise als nervig und kindisch. So in etwa wie viele Jugendliche ihre kleinen Geschwister finden. Ich halte mich nicht für was Besseres, aber es ist nunmal so, dass ich gleichaltrige viel zu kindisch und nervig finde.

Die daraus resultierenden Probleme sind die “äußeren Faktoren“: Ich bin ziemlich jung (zumindest im Vergleich zu meiner Klasse) und halt etwas kleiner. Außerdem bin ich übertrieben gesagt ausländisch, dick und hässlich :( . Es ist also relativ verständlich, dass es jemanden “unangenehm” ist, mit mir befreundet zu sein.
Entsprechend habe ich kaum Chancen im Leben. Ich “interessiere” mich also für eine Gesellschaftsgruppe, für die ich widerum vollkommen uninteressant bin. Ihr wisst, was ich meine.

Diese äußeren Faktoren und das Alter versuche ich mit allem in meiner Macht stehende zu überdecken. Ein falsches und unechtes Selbstbewusstsein und teilweise Frechheit sollen mich etwas mehr ins Rampenlicht stellen. Ich versuche bei Gelegenheit nett und hilfsbereit zu sein, allerdings ohne, dass ich diesen “Hausaufgabenlieferer”-Eindruck zu hinterlassen, also indem ich mich wirklich darum kümmere, dass die Gegenseite es wirklich versteht.
Verzweifelnde Aktionen, um das Image zu verbessern, die im Nachhinein eine echt dumme Idee waren.
Folglich chatte ich sehr gern, weil ich da einfach die Möglichkeit habe, jemanden kennenzulernen und in Kontakt zu treten, was meist gut funktionert, weil ich ohne “äußere Faktoren” mehr Chancen habe, einfach nett zu sein. Erfahren meine Chatpartner dann das Alter oder die Sache mit dem Überspringen, sind sie auf einmal geschockt und begegnen mir dann auf eine der vier oben vorgestellten Weisen (meistens die Nummer 2 oder 4).

Was ich auf jeden Fall noch sagen muss: Dieser Text lebt zwar vielleicht von Über- und Untertreibungen, aber nichts davon ist unwahr. Doch, trotzdem habe ich natürlich ein Leben! All die glücklichen und fröhlichen Blogposts waren natürlich nicht gelogen. Ich habe gute Freunde, die mich verstehen und mit denen ich auch gut auskomme. Es ist nicht so, dass ich vollkommen deprimiert bin und ich den ganzen Tag in einer Ecke kauere, traurig über die Fakten :). Ich bin schließlich über andere Dinge glücklich. Zugegeben, diese erwähnten verlorenen Chancen machen mich schon unglücklich, aber man muss ja nicht immer daran denken.
Diese Klarstellung ist mir wichtig, da ich bereits einige Fälle von Missverständen erlebt habe. Also: Ich bin/werde kein Emo! :P

Wieso erzähle ich euch das alles? Dieser Eintrag erzählt natürlich schon tiefer über meine Privatsphäre und meine Gedankengänge, aber ich schreibe ihn ganz sicher nicht, um mich zum Affen zu machen. Denn es ist unweigerlich, dass Leute von meiner Geschichte hören. Bisher haben sie sich davon meistens ein falsches Bild gemacht. Und genau das möchte ich hiermit verhindern.
Ich hoffe also, dass dieser Eintrag nicht nur von meinen Blogbesucher und Internetbekanntschaften gelesen wird, sondern auch von meinen Mitschülern! Denn er enthält Tatsachen, die ein näheres Kennenlernen durchaus begünstigen könnten.

Sooo, über 1200 Wörter, bestehend aus 8200 Zeichen - eine Menge Arbeit. Die letzten ruhigen Tage hier im Blog war ich nämlich mit diesem Post beschäftigt.
Ich wünsche mir wirklich, dass er die Perspektive vom einen oder anderen veränderte.

meine Unterschrift

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21 Kommentare zu “Ich - Geek, Nerd, Außenseiter und sozial inkompetent?”

  1. Von k9leader am Jun 5, 2008 | Antworten

    Hi Minh:)
    Zwar kenn ich dich ja nicht iim RL,aber du bist wirklich einer der nettesten Menschen die ich im Internet so kenne und da ist es mir auch vollkommen egal ob du jetzt in der 8 ,3 oder 13 Klasse bist.

    Wir selbst hatten mal eine achtjährige in der Klasse (da waren wir alle 11-12). Ehrlich gesagt war DAS die Hölle. Sie bekam immer eine Sonderbehandlung und war was ihr Verhalten anging auch sehr auffällig. Mit ihr kam keiner zu Recht…..ich denke aber dass es daher kommt, dass sie sich in diesem alter überhaupt nicht ‘anpassen’ konnte-anders als du (stichwort pubertät aus deinem Beitrag)…

  2. Von MrsBumblebee am Jun 5, 2008 | Antworten

    Ich finde deinen Text richtig ergreifend. Es ist schade, dass man auf Grund seiner Herkunft und Begabung gleich zum Außenseiter gemacht wird. Versuche aber bitte nicht, dir Aufmerksamkeit und Freunde (die du sicher brauchst) durch nette, vielleicht gar nicht ganz so ernst gemeinte Gesten zu verdienen. Du hast ja selbst gemerkt, dass das nichts bringt. Sei wie du bist, denn das ist deine Stärke.

    Ich war im ersten Moment auch überrascht, wie jung du bist. Ich habe ja erst nur deine Postings und dann deine “Über mich”-Seite gelesen. Ich hätte NIE geglaubt, dass da ein Kind (sorry, soll nicht negativ klingen) dahintersteckt. Ich habe wirklich Respekt vor dir und auch deinen Leistungen in der Schule. Ich war zwar auch nie schlecht, aber nie so fleißig, dass ich es geschafft hätte eine Klasse zu überspringen. Du kannst stolz drauf sein. Auch, wenn du für manch andere der Streber bist. Streben ist etwas positives, wird nur leider nur noch negativ benutzt. Du hast sicher tolle Berufschancen, das muss dich freuen, denn heute haben eben nur noch die besten eine Chance.

    Ich wünsche dir, dass du ehrliche Menschen trifft, die es gut mit dir meinen und dir Freude bereiten!

  3. Von vienn am Jun 6, 2008 | Antworten

    hey minh,

    ich weiss kinder und vor allem jugendliche koennen grausam sein. als “quasi” auslaenderin kann ich das gut von der rassistischen seite verstehen. ich werde heute noch mit “Ching chang chong” angelabert, je nach land keif ich zurueck.
    in meinem beruf bin ich gerade auch eher einer der juengeren, die naechste alterstufe ist ü30.
    aber in juengeren jahren ist das wahrscheinlich noch schlimmer. aber ich versprech dir…schon bald wird die zeit kommen, in der dich die leute um dich rum so akzeptieren wie du bist.

  4. Von mig am Jun 6, 2008 | Antworten

    Ich wünsche dir, dass du ehrliche Menschen trifft, die es gut mit dir meinen und dir Freude bereiten!

    Vielen dank, aber wie gesagt, fällt es mir doch recht schwierig, Leute zu finden, die mich auch so verstehen wie ich bin…

  5. Von Kathi am Jun 6, 2008 | Antworten

    Das mit den Vorurteilen kenne ich nur zu gut. Ich bin halt dick und viele meinen (leider auch in der Bloggerwelt) darauf rumreiten zu müssen und ja ich schäme mich das ich dich schon überall und nirgendwo gesehen habe und jetzt erst irgendwie deinen Blog sehe. Du hattest mich ja auch mal im ICQ angeschrieben oder? Ich habs irgendwie wieder vergessen… Aber der Text ist wirklich ergreifend und ich stell mir das für dich wirklich nicht leicht vor. Respekt.

  6. Von Tommy am Jun 7, 2008 | Antworten

    wow… nachdem ich dieses posting gelesen hab bin ich erstmal auf deine ‘über mich’ seite gegangen und war überrascht.
    ich habe zwar keine klasse übersprungen in meiner schullaufbahn, aber auch ich hatte immer probleme menschen kennenzulernen. ich hatte grundsätzlich freunde die älter waren weil ich mich mit denen unterhalten konnte.

    ich wünsche dir, dass du immer jemanden an deiner seite hast der dich schätzt und weiss wer du bist. bleib wie du du bist, scheinst n echt netter kerl zu sein

    werd jetzt öfter hier lesen kommen

  7. Von Thomas am Jun 7, 2008 | Antworten

    ich hasse das Wort “Türken”, es klingt so abwertend bzw. ist mit Negativem behaftet

    Das würde ich den meisten Türken so aber besser nicht sagen… ;-)

  8. Von mig am Jun 7, 2008 | Antworten

    @Kathi: Ja, das war ich. @Tommy: danke ;)

    @Thomas: Diese Aussage ist ja nicht gegen die “Türken” gerichtet. Ich finde einfach nur, ich mag das Wort einfach nur nicht.

  9. Von Tarambora am Jun 8, 2008 | Antworten

    Hallo Minh,

    ich lese diesen Beitrag heute zum zweiten Mal, hab ein bißchen nachgedacht darüber und mich entschieden noch einmal zurückzukommen.

    Ich habe mich durch ein paar Seiten Deines Blogs geklickt und möchte etwas sagen zu den “Durchschnittlichen, denen Du anscheinend nicht ganz geheuer bist”. Ohne Dich persönlich zu kennen und nur aufgrund ein paar Postings würde ich vermuten, daß es mir auch so gehen würde.

    Was mir fehlt, ist das (altersgemäße) Verspielte, einfach ein bißchen mehr kindliches Gemüt. Die Frage ist: hast Du es nicht oder zeigst Du es nicht? Falls Du es nicht zeigst, warum nicht?

    Ich liebe Kinder und nehme sie ernst, aber ich glaube, ich hätte auch erstmal ein Problem damit, mit Dir “Erwachsenengespräche” zu führen. Ich sage nicht, daß ich es im Lauf der Zeit nicht doch könnte und täte, aber auf Anhieb eben nicht. Hochintelligente Kinder sind auch behaftet mit “siebengescheit/neunmalklug” - bitte fühle Dich nicht persönlich angegriffen; ich kenne Dich nicht und teile Dir lediglich meine allgemeinen Gedanken mit - und das stößt erstmal ab.

    Es ist Dir wichtig, daß die anderen Menschen Dich verstehen, aber ich halte es für genauso wichtig, daß Du ebenfalls die anderen Menschen verstehst. Ich weiß, Kinder können grausam sein, dennoch ist mir die Erklärung “ausländisch, dick und hässlich” zu einfach. Du empfindest gleichaltrige Kinder als nervig und kindisch - damit stellst Du Dich über sie und grenzt Dich ab. Von anderen Menschen erwartest Du aber, daß sie Dich akzeptieren. Und mir scheint, da solltest Du was ändern: an Dir!

    Zu meiner Person:
    w, 44, Mutter eines fast 22-jährigen Sohnes

  10. Von mig am Jun 8, 2008 | Antworten

    @Tarambora:
    Ich danke dir für deine ehrliche Meinung. Ich musste mir deinen Kommentar auch mehrere Male durchlesen, um es richtig zu verstehen. Und ich sage, ich muss dir (teils) Recht geben!

    Was mir fehlt, ist das (altersgemäße) Verspielte, einfach ein bißchen mehr kindliches Gemüt. Die Frage ist: hast Du es nicht oder zeigst Du es nicht? Falls Du es nicht zeigst, warum nicht?

    Ich formuliere es mal so: Ich habe es soviel, wie die meistens 14-15-jährigen das etwa hätten.

    Du empfindest gleichaltrige Kinder als nervig und kindisch - damit stellst Du Dich über sie und grenzt Dich ab. Von anderen Menschen erwartest Du aber, daß sie Dich akzeptieren. Und mir scheint, da solltest Du was ändern: an Dir!

    Ja, ich stelle mich über sie. Ich halte mich nunmal für etwas weiter, was aber nicht abwertend gegen sie gemeint ist. Ich persönlich verstehe mich nunmal nicht gut mit ihnen (naja, wenn ich sie mal n Nachmittag beschäftigen soll, stört mich das nicht), ich habe sie einfach nicht als beste Freunde. Entsprechend erwarte ich auch nicht, dass sie mich verstehen und akzeptieren. Mir geht es mehr darum, dass mich mein soziales Umfeld (sprich: meine Mitschüler (um die 14 Jahre alt) versteht. Weil ich mich da eigentlich am wohlsten fühle.

  11. Von Tarambora am Jun 8, 2008 | Antworten

    Deine Mitschüler ticken unter Umständen genau wie Du: Du kannst nix anfangen mit den jüngeren Kindern und Deine Mitschüler können das vielleicht auch nicht. Du wünschst Dir, daß sie Dir eine Chance geben, aber genau das wünschen sich die jüngeren Kinder vielleicht von Dir auch.

    Übrigens muß ich nicht Recht haben; das ist gar nicht mein Anliegen, sondern mir geht’s darum, daß Du erkennst, daß Du - so kommt es bei mir an - von anderen Leuten Dinge erwartest (Akzeptanz!), die Du aber selbst nicht bietest.

    Du möchtest gerne von den “Größeren” akzeptiert werden so wie Du bist und die anderen Kinder möchten von Dir genau so akzeptiert werden wie sie sind.

    Ich halte mich übrigens auch für weiter als Du es bist und trotzdem setze ich mich mit Dir auseinander, ohne das Ziel zu haben, beste Freunde zu werden. Merkst Du was? ;-)

    Wir sind alle auf Augenhöhe, nur mit unterschiedlich langer Lebenserfahrung.

  12. Von mig am Jun 8, 2008 | Antworten

    Es ist ja nicht so, dass ich die kleineren Kinder nicht akzeptiere. Ich sehe sie selbstverständlich als solche an und tue vor ihnen auch nicht so, als ob ich mich für was Besseres halte.

  13. Von Tarambora am Jun 8, 2008 | Antworten

    ich konnte es nicht besser rüberbringen, was ich meine. Wenn mir eine bessere Formulierung einfällt, komme ich nochmal wieder ;-)

  14. Von mig am Jun 8, 2008 | Antworten

    Kein Problem, ich weiß schon was du meintest. Das grade eben war wahrscheinlich nur eine unterbwusste Rechtfertigung von mir ;)

  15. Von Sprechakt am Jun 8, 2008 | Antworten

    Es folgt ein etwas längeres Kommentar, obwohl ich Dich gar nicht kenne. Also erstmal guten Tag, ein bemerkenswerter Artikel, zu dem ich gerne etwas schreiben möchte.

    Generell ist die Zeit so von 12-18 ja nicht gerade die leichteste für sehr viele Jugendliche. Und jeder trägt sein eigenes Kreuz, aus den verschiedensten Gründen. Es ist eine Zeit, in der man sich einfach nicht verstanden fühlt von seiner Familie, seinen Mitmenschen, und (nur von wenigen) Freunden. Damals in unserer Klasse waren es teilweise die “Superschlauen”, aber nicht alle, teilweise andere, die nicht so akzeptiert wurden, weil sie irgendwie ‘anders’ waren. Aus heutiger Sicht hat es ihnen aber gut getan! Sie haben nämlich schon früh gelernt, auf sich alleine gestellt zu sein, sich durchzubeißen, unabhängig zu sein von den Meinungen der Allgemeinheit. Aus diesen Leuten sind, so wie ich das aus meinem Umfeld kenne, oft besonders starke und erfolgreiche Persönlichkeiten geworden. Du kennst ja sicherlich auch die Bausparkassenwerbung “ist ja uncool”. Ein bisschen ist es tatsächlich so im Leben. Viele einst so ’supercoolen’ sind irgendwann auf der Strecke geblieben.

    Meist hat sich das Einzelgängertum bereits in der Oberstufe gebessert, Schlauheit und gute Noten waren plötzlich nicht mehr ‘peinlich’. Ganz bestimmt wird sich das auch bei in Deinem Umfeld früher oder später von selber normalisieren! Ich würde das, was fehlt, daher nicht nur als Chancenlosigkeit sehen, sondern auch ein wenig als Chance in Deiner Persönlichkeitsentwicklung. Du hast ja noch so viel Zeit! Im Übrigen zeigt sich auf dem Photo keineswegs “ausländisch, dick, hässlich”! Und mancher studierte Deutsche könnte sich von Deinem sehr guten Sprachstil eine Scheibe abschneiden.

    - Was mir gerade noch einfällt: Vielleicht ist es Deinen älteren Mitschülern ja auch ein bisschen peinlich, sich mit einem Jungen Deines Alters abzugeben: ‘… was könnten denn die anderen denken?’

    Ich wünsche Dir alles Gute!
    “Sprechakt”

  16. Von mig am Jun 8, 2008 | Antworten

    Danke für die aufmunternden Worte. Das hat mir eine ganz andere Sichtweise gegeben! :)

  17. Von Eugen am Jun 9, 2008 | Antworten

    Och, so hab ich früher auch mal gedacht.
    Doch genau das, was du von dir nicht erwartest, tust du.
    Du gliederst Menschen ein. Du steckst sie in Schubladen, genauso wie sie dich in Schubladen stecken. Sei das “Oberstreber”, “irgendein Asiate Ching-chang-chong” oder “dick, hässlich und sozial inkompetent”.
    Vorurteile nicht und du wirst auch nicht von Vorurteilen umgeben. Lerne mit Klischees umzugehen, denn die kann man nicht vernichten.

    Gehe offen auf Menschen zu und die Leute in deiner Umgebung werden auch sehen, dass du nicht der bist, für den sie dich hielten.

    Zu der Perspektivlosigkeit: Dass du Türken angesprochen hast, finde ich sehr sehr grausam. Ist es nicht ein Vorurteil? Es ensteht meistens dadurch, dass Immigranten hier in Deutschland es schwer haben sich einzuprägen. Der Anfang wär die Sprache: Ohne Sprache kein Beruf, ohne Beruf kein Geld. Ohne Geld kein sorgloses Leben. Stress. Perspektivlosigkeit. Und es sind nicht nur die Türken/”Ausländer”: Es sind alle. Eine andere Art der angeblichen “Perspektivlosigkeit” ist, dass man einfach seine Ziele nicht weiss. Unsicherheit, Einwirkung durch andere, Erziehung. Alles das sind Faktoren für die man nicht viel tun kann.

    Die Ziele, die mir vorher klar waren sind für mich eintönig. Die einzigste richtige Perspektive, die ich habe, ist meinen Horizont zu erweitern.

    Dass man nicht die gleichen Interessen hat, wie die anderen ist wundervoll. Es erfreut einen doch viel mehr, wenn man jemanden findet, der sich für das Gleiche interessiert!

    Wert auf das Äußere zu legen, habe ich mir abgewöhnt. Es ist nichts als Schein. Es ist nur unser Unterbewusstsein, das Wert auf das Äußere legt. Man muss lernen, dass die Person im Inneren viel wichtiger ist. Sehr viel wichtiger. Ich kanns nicht oft genug betonen^^

    An einem Tag meines Lebens habe ich gemerkt, dass das Leben nur eine Traumwelt ist. Man lebt nicht in einer Welt. Man ist seine Welt. Alles rund um dich herum kannst du selbst verändern, du kannst deine Ansichten ändern. Du änderst damit DEINE Welt. Es ist nicht wichtig, was auf der Welt passiert, es ist nur wichtig was in DEINER Welt passiert. Manchmal frage ich mich, wie die anderen das sehen. Ich hoffe du verstehst das.

    Lerne nicht andere zu verstehen, lerne erst dich zu verstehen. Das ist mein Sinn des Lebens und auch kein geklautes Zitat, Philosophe können nur IHRE Welt beschreiben, erkläre selbst DEINE eigene Welt.

    Gruß, Eugen, 390 Wörter (Mehr als in meiner heutigen Deutscharbeit, hehe, ist es mir aber wert, wenn ich meine Sichtweise einem anderen mitteilen kann, ohne sich dabei zu beschränken)

    Ok, 415 Wörter^^

  18. Von mig am Jun 9, 2008 | Antworten

    Mehr als in meiner heutigen Deutscharbeit, hehe, ist es mir aber wert, wenn ich meine Sichtweise einem anderen mitteilen kann, ohne sich dabei zu beschränken

    Seh ich genau so. Eine Deutscharbeit ist was ganz anderes. Wenn ich blogge (->meine Meinung sage), dann schreibe ich in der Regel auch so viel bis ich alles gesagt habe, was mir einfiel und was ich sagen wollte. So, nun aber zum Thema:

    Sicherlich ist es zum Teil eine Rechtfertigung, ein Gegenargument, aber folgendes ist auch nicht ganz gelogen:
    Ich stecke die Leute, die gegen mich Vorurteile haben, nicht in irgendwelche Schubladen. Ich habe den Blogeintrag einfach nur teils übertrieben verfasst, was ich auch gesagt hatte. Es gibt viele Türken, die viel im Leben erreicht haben und es gibt genauso viele “normale” Jugendliche, die sich mit 12 die Kippe in den Mund schieben und sich besaufen, ob wohl sie Chancen (finanzielle usw…) hatten. Diesbezüglich bewundere ich auch diese Türken, die sich trotz ihrer Benachteiligung durch fehlende Sprachkenntnisse, durchs Leben beißen und viel geschafft haben. Klar, es gibt auch Türken, die Chancen hätten, sie aber wegschmeißen.

    Was ich hiermit sagen will, man kann niemanden in eine Schublade stecken! Jeder Mensch ist auf seine Weise anders, aber ich kann nicht über jeden schreiben. Mit der oben aufgeführten Liste wollte ich einfach nur zeigen, wie man mir begegnet und ich wollte nicht diese entsprechenden “Gesellschaftsgruppen” in einen Topf schmeißen und schlecht machen.

    Es ist ja auch nicht so, dass ich gleich weinend in mein Zimmer gehe und mich ritze (schon wieder Klischees…), wenn mich jemand anquatscht oder beleidigt. In den meisten Fällen ignoriere ich es einfach.

    Ich wollte mir mit diesem Beitrag einfach nur ein bisschen mehr Verständnis erhaschen, nicht alle dazu zu zwingen, sich mit mir abzugeben. Schließlich verurteile auch ich in bestimmten Situationen bestimmte Leute, ich denke niemand ist in dieser Form perfekt.

  19. Von simon am Jun 13, 2008 | Antworten

    lasse reden^^
    http://www.youtube.com/watch?v=w3ff5TVz51M

  20. Von Jimbo am Jan 3, 2009 | Antworten

    Hey Minh,

    konnte mich gut in deine Lage versetzen. Bin zwar nicht so erfolgreich in der Schule gewesen aber wurde auch nicht immer so akzeptiert. War auch dick und naja…

    Erstmal, ich find (obwohl ich ein Kerl und nicht schwul bin) dass du hübsch bist. Bist halt ein bissl mollig aber in deinem Alter kein Ding.
    Ich war wie gesagt selber mal so in dem Gewichtsbereich wie du es ungefähr sein dürftest.

    Mit ein paar ernsthaften Diäten und viel Kraftsport sowie Disziplin ist das in nem halben Jahr “gegessen”.

    Auch was die Beliebtheit anbelangt darfst du dein Leben nicht nach der Schule ausrichten. Später ändert sich das wenn auch die Spätzünder einigermaßen reif werden und dein Umfeld von allgemeiner Schule zu speziellerem Arbeits- oder Lernumfeld wechselt.
    Dann hast du automatisch mehr Leute mit ähnlichem Niveau um dich herum (außer du machst jetz irgend eine Standard-Handwerker-Ausbildung) und wirst mit deinem ganz persönlichen Charakter sehr viel Sympathie wecken (denn du hast einen guten Charakter das merkt man).
    Bei mir war es auch so, ich kann ohne dabei angeben zu wollen behaupten, dass ich heute in meinem beruflichen Umfeld zu den beliebtesten Menschen gehöre (ich spreche von über 100 etwa gleichaltrigen Kollegen).

    Ich wünsche dir gutes Durchhalten, Zuversicht und, dass du dir das nicht zu persönlich nimmst was die Masse dir entgegnet. In deinem Alter war ich in der gleichen Situation. Schon wenige Jahre später hat sich alles um 180 Grad gewendet.

    Hau rein, viele Grüße,
    Jimbo

  21. Von mig am Jan 3, 2009 | Antworten

    @Jimbo: Ich danke dir vielmals für dein Mitgefühl muss dir allerdings ‘leider’ sagen, dass sich die Dinge bei mir bereits geändert haben (der Post ist schon ziemlich alt). :)

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