Zugegeben, den Beitragstitel habe ich von Mrs Bumblebees Beitrag geklaut, von dem ich auch die Idee und Inspiration hatte.
Mein Traumberuf steht schon seit schätzungsweise 4 Jahren fest: Lehrer. Dabei haben sich meine Beweggründe und die Meinung dazu enorm geändert.
War es am Anfang noch einfach der Spaß am Beibringen und Betrachten des “Endlich kapiert!”-Gesichts, kam mir später der Umgang mit kleinen Kindern im Sinne, heute ist es die Pädagogik bei Teenagern. Diese verschiedenen Denkweisen liegen auch sehr nahe an meiner eigenen Entwicklung. Ich selbst bin schließlich auch ein Schüler und bekomme so mit, womit sich ein Lehrer bei steigendem Jahrgang eher auseinander setzen muss.
Während der Grundschule führt man meistens ein unbeschwertes Leben. Einfache Freundschaften: Man trifft sich nachmittags, tollt draußen herum - das wars. In der weiterführenden Schule beginnt so langsam die Pubertät: Wenn Schüler Probleme haben, sind es seltener fachbezogene. Mobbing und andere soziale Konflikte müssen immer mehr von Lehrern gelöst werden. Außerdem beginnen wir Jugendlichen in dem Alter uns immer weiter von der Schule zu distanzieren. “Kein Bock”, “Scheiß Schule” heißt es. Lehrer müssen selbst einfaches Material so aufbereiten, um es uns schmackhaft zu machen. Der Unterricht verläuft auch nicht immer wie gewünscht, aber da hat jeder Lehrer seine eigene Methoden…
Was macht diesen Beruf so interessant für mich?
Ich denke, ich werde Spaß dabei haben, pubertierenden Jugendlichen etwas beizubringen. Man kann ihnen bei ihrer persönlichen Entwicklung zusehen. Der Unterricht ist immer wieder lustig und man fühlt sich jung - hoffe ich zumindest. Ich wär auf jeden Fall lieber der nette freundschaftliche Typ, als der unpersönliche distanzierte Kauz. Aber wer weiß, Selbsteinschätzung ist immer schwierig…
Wir sehen, hören und lesen jeden Tag von Jugendlichen, die auf die schiefe Bahn geraten sind, d.h. Alkohol und Gewalt -> Respekt- und Perspektivlosigkeit. Viele Eltern haben ihre Kinder nie richtig erzogen, dafür gibt es viele Gründe: Sie hatten selbst eine schwere Kindheit, Verantwortungslosigkeit, fehlende finanzielle Möglichkeiten oder Unterschätzen des Erziehungsprozesses.
Die Kinder können in erster Linie selten etwas dafür. Denen möchte ich helfen. Helfen, einen sicheren Start ins Arbeitsleben zu haben, eine gute Zukunft eben.
Denn der Aufgabenbereich eines Lehrers liegt schon längst nicht mehr bei der Bildung. Immer mehr müssen sie mit einer massiv falschen Einstellung der Jugendlichen kämpfen und soziale Werte vermitteln. Man meint vielleicht dies würde schon im Kindergarten ausreichen (”Bedank dich immer”, “Sei nett”…), aber auch in höheren Klassenstufen gibt es Probleme, nur andere halt. Eigentlich heißt es (habe mich über den Beruf schon viel erkundigt), Pädagogik als Studienfach ist bei steigender zu unterrichtender Klassenstufe immer unwichtiger. Das mag vielleicht in sofern zutreffen, dass an der Uni wohl kaum vollkommen perspektivlose Leute sind, sondern diese auch schon etwas erreichen wollen. Aber in der Mittelstufe haben Lehrer diesbezüglich noch viel zu tun.
Der Lehreralltag wirkt auf mich sehr abwechslungssreich, zumindest nach meiner Einschätzung. Jeden Tag andere Probleme, Klassenfahrten, Ausflüge und witzige Schüler.
Sicherlich wird sich meine Meinung darüber noch viel mehr ändern, da ich selbst ja noch nicht den ganzen “Schulzyklus” durchgemacht habe und mich deshalb auch noch nicht entschieden habe, an was für einer Schule ich unterrichten werde. Ich vermute, dass mir etwas zwischen Mittel- und Oberstufe zusagen müsste, da es da einen schönen Spagat zwischen Pädagogik und Bildung gibt. Aber wie gesagt: Ich weiß es noch nicht.
Auf jeden Fall weiß ich, dass es mir gefallen wird, anderen Leuten mein Wissen zu geben, ihnen zu helfen und dabei auch noch Spaß zu haben.









Zwei Grundverschiedene Ansichten. Na ja, zumindest in den meisten Punkten. Ich sehe die Institution Schule immer noch als das, was sie schon immer ist - eine Lehranstalt. Dort hat hauptsächlich die Bildung im Mittelpunkt zu stehen und genau das ist es, was ich tun will. Ich will unterrichten und Wissen vermitteln.
Du hingegen siehst deine Aufgaben und Ziele mehr im bereich der Erziehung. Ich gebe zu, dass ein gewisses Maß an Erziehung in der Schule dazugehört. Wir Lehrer haben die Schüler “unter uns” und es ist klar, dass wir sie erziehen. Ob wir wollen oder nicht. Aber ich bin nach wie vor der Meinung, dass dieser Bereich in der Schule viel zu viel Platz einnimmt. Die Schule soll hauptsächlich Wissen vermitteln und keine kleinen Erwachsenen formen. Erziehung gehört meiner Meinung nach ins Elternhaus. Da gibt es sicher welche, die schaffen es nicht, da sie sozial am Abgrund stehen, aber in den meisten Elternhäusern klappt das. Andere müssen/sollten sich Hilfe holen. Leider wird das nicht getan.
Du wirst sehen, dass die pädagogische Ausbildung an der Uni nur einen ganz kleinen Teil annimmt. Du wirst nicht lernen, wie du mir schwierigen und “unerzogenen” Schülern umgehen musst, dir wird nicht gesagt, was du zu tun hast, wenn dein Unterricht nicht möglich ist, weil keiner Respekt hat. Da stehst du ganz alleine da und ohne die nötige Ausbildung ist das manchmal wahnsinnig schwer zu meistern. Du lernst es im Laufe der Zeit aus eigenen Erfahrungen, aber helfen tut dir kaum jemand.
Wenn du einmal schlechte Erfahrungen gemacht hast, dann bin ich gespannt, ob es dir immer noch am wichtigsten ist, pubertäre Gören (sorry) zu erziehen, oder ob du nicht doch lieber das machen willst, was ein Lehrer hauptsächlich tun sollte - sein Wissen weitergeben.
Ich drücke dir auf jedem Fall die Daumen, dass dein Traum wahr wird!
Das ist mir durchaus bewusst. Natürlich soll mein Unterricht nicht vollkommen verkümmern und ich werde mich auch nicht in alle Probleme einmischen. Aber ich denke, dass sowas nunmal auch wichtig ist und behandelt gehört…
Ich möchte jetzt aber auch nicht mit dir streiten, jedem das eine und du hast sicherlich mehr Erfahrung als ich
Ich sehe das nicht als Streit und du hast sicher auch recht. Es sind eben einfach andere Ansichten und ich finde es schlichtweg anstrengend, zB. Probleme der Schüler untereinander zu lösen. Es gehört dazu und ich werde es auch tun, weil der Job es heute abverlangt. Aber ich bin eben der Meinung, dass es überhand nimmt
Was ich noch sagen wollte:
Es ist verdammt wichtig, dass du in dieser Hinsicht das richtige Mittelmaß findest. Bist du zu nett und freundlich, geht dir oftmals der Respekt verloren. Die Schüler machen mit dir dann was sie wollen. “Der tut ja eh nix!” Außerdem solltest du, gerade was dein Privatleben angeht, der distanzierte Kauz sein. Es geht den Schüler nichts an, was du in deiner Freizeit tust und sobald du etwas für die Schüler komisches erzählst, haben sie Lästerstoff und nehmen dich nicht mehr ernst.
Strenge gehört dazu und du wirst merken, dass viele Schüler strenge aber nette Lehrer lieber mögen als solche, die locker flockig alles durchgehen lassen. Ein Freund sein ist nicht gut. Das solltest du dir immer vor Augen halten. Wenn du der Freund deiner Schüler sein willst, dann gehst du ganz schnell zugrunde, wenn es Schüler gibt, die dich nicht mögen. Du beginnst, an dir zu zweifeln usw. Erledige deine Aufgabe und mach dir nichts draus, wenn du nicht der “Kumpel” bist. Ich weiß, so extrem hast du das nicht gemeint, aber ich will dir nur den guten Ratschlag geben.
Du hast noch ein paar Jahre Zeit und du wirst mit der Zeit selber merken, was gut und was schlecht ist. Ich wollte auch immer von allen Schülern gemocht werden. Die meisten mögen mich auch, aber es gibt auch welche, die zeigen mir ihre Abneigung. Heute stehe ich drüber und denke mir “na und?”. Aber grade in den ersten Lehrversuchen fand ich das ganz schlimm. Ich habe an mir gezweifelt und versucht, es allen recht zu machen. So macht man aber alles nur noch schlimmer.
So, wieder ein Roman. Sorry
Ich lese gerne Romane^^
Ja, diese verschiedenen Lehrertypen sind so eine Sache. Aber ich als Schüler weiß darüber nur zu gut Bescheid
, habe nur nicht alles in den Beitrag gepackt.
Lehrer sein hat man im Blut oder nicht, erlernen kann diese Berufung(!) niemand. Meiner Meinung sind viel zu viele ohne persönliche Veranlagung und Festigkeit in dieses Amt gekommen und unterliegen keiner “Qualitätskontrolle”. Die Ergebnisse sieht jeder deutlich: Keine Motivation, Überforderung, Nervenzusammenbrüche auf beiden Seiten, Bildung im Ausverkauf. Schuld sind natürlich die Schüler und deren Eltern, klar, wer sonst… Was heute dabei herauskommt, wenn rund 1000 zukünftige Lehrer bis in den Beruf hinein begleitet werden, hat Adger ganz gut verpackt:
http://tapirherde.blogspot.com.....fremd.html
Ausnahmen bestätigen die Regel, leider.
Da fällt mir glatt auf, dass ich einen der wichtigsten Gründe vergessen habe zu nennen:
Ich erkläre anderen Leuten gerne Sachen!
@Thorsten: interessanter Link *les*
Hast du denn auch schon eine Fachrichtung oder Fächer, die du unterrichten möchtest? Ist eigentlich egal, eine der wichtigsten Voraussetzungen hast du ja bereits: Spaß am Beruf bzw. dem Lehren.
Egal ob man als Schüler etwas lernen möchte oder nicht, ein demotivierter Lehrer, der höchstens noch seinen Lehrplan abspult, treibt einen schnell in die Langeweile. Selbst an der Fachhochschule denke ich oft “boah ist das langweilig”, obwohl mich das Thema eigentlich interessiert.
Dann wünsche ich dir mal viel Erfolg